Urban Production

© Foto Yves Grau: iStock / Fraunhofer IAO

Wertschöpfungs­prozesse nachhaltig und verträglich gestalten

Das Forschungsfeld »Urban Production« beschäftigt sich mit der Entwicklung und Optimierung von produktiven Prozessen, bei denen eine langfristige Ausrichtung im Fokus steht. Dabei soll die Produktion nachhaltig, verträglich und synergetisch sein. Durch die Betrachtung von Wechselwirkungen zwischen Unternehmen-Umfeld-Mensch ist die Vision eine optimale Balance zwischen Effektivität und Effizienz in allen Ausprägungen zu schaffen.

Unsere Ziele

»Urban Production« hat als Ziel die positive Entwicklung von Produktionsunternehmen zu unterstützen. Im Fokus steht die Langfristorientierung der Produktion als Bestandteil des Geschäftsmodells. Produktion muss effektiver, energieeffizienter, ressourcenschonender, nachhaltiger, verträglicher und flexibler werden. Dabei ist die Berücksichtigung des Menschen wichtig.

Im Forschungsfeld »Urban Production« geht es um eine ganzheitliche Betrachtungsweise von Produktentstehung im urbanen Kontext. Der Urbane Kontext beschreibt insbesondere die Interaktion und Wechselwirkung mit Menschen, die am Standort wohnen, arbeiten und leben. Denn sie werden von den Veränderungen in Produktionssystemen ebenso beeinflusst, wie die Umgebung und Umwelt.

Am Fraunhofer IAO liegt der Fokus auf der organisatorischen Gestaltung von Prozessen. Dabei werden neben Infrastrukturen und Prozessgestaltung auch die Informationsflüsse analysiert und optimiert.

Ihr Nutzen

Die Gesellschaft wandelt sich, damit verbunden verändern sich Anforderung von Mitarbeitern, Nachbarn, Geschäftspartnern, politischen Stakeholdern, Verbänden und anderen Beteiligten an das Unternehmen. Vielfach sind insbesondere produzierende Betriebe von dieser schnellen Veränderung der Anforderungen überrascht, waren sie doch bisher die tragende Säule der Gesellschaft.

Ist die Herausforderung bekannt, ist ein erster Schritt getan. Doch die systematische Beschäftigung damit erlaubt es Unternehmen frühzeitig Ansätze und Lösungen zu entwickeln, um nicht überrascht zu werden. Zusätzlich werden Potenziale erkannt, wodurch Strategien entwickelt werden können.

Unternehmen sollen durch Erkenntnisse über Wechselwirkungen zum urbanen Umfeld unterstützt werden, Maßnahmen und deren Auswirkung bereits frühzeitig abschätzen zu können. Damit haben Sie die Möglichkeit die Resultate zu bewerten und die optimalen, strategischen Maßnahmen zu ergreifen. Sie sparen damit Aufwände und werden effizienter. Der ganzheitliche Ansatz mit der Betrachtung von Mensch, Technik und Umfeld erlaubt auch die holistische Optimierung, welche langfristig nicht nur Kostenreduktion ermöglicht sondern auch die Darstellung und den Wert des Unternehmens steigert.

Unsere Leistungen im Einzelnen

Erfahren Sie hier mehr über unsere Leistungen und wie Sie von unserem Know-How profitieren können

  • Die Digitalisierung erlaubt durch die neuen Möglichkeiten auf Daten zugreifen zu können, neue Prozessabläufe. Diese neuen Prozessabläufe können insbesondere auch in verteilten Systemen erfolgen. Dabei unterstützt das Competence Team »Digital Engineering« die nötigen Daten, Datenflüsse und organisatorische Anforderungen zu analysieren, um optimale Lösungen zur Planung, Überwachung und Steuerung abzuleiten.

  • Ein ganzheitlicher Ansatz erlaubt es produzierenden Unternehmen neben klaren Optimierungsfeldern auch weniger offensichtliche Bereiche zu betrachten. Dabei besteht die Möglichkeit der Hebung von Potenzialen, welche bisher nicht bekannt bzw. deren konkrete Auswirkungen noch nicht abschätzbar waren. Eine Wechselwirkungsanalyse erlaubt es, Auswirkungen von Veränderungen, je nach Modelldetaillierung, qualitativ oder quantitativ darstellbar.

  • Wird die Produktionskette dezentralisiert oder gar kleinere Unternehmen schließen sich für die Bildung von Produktionsnetzwerken zusammen, sind neue Konzepte für die Organisation, Abstimmung und Planung von Abläufen sowie Kapazitäten nötig. Der Trend zur Digitalisierung und Virtualisierung von Prozessen kann die Anstrengungen unterstützen. Dabei untersuchen wir, welche Konzepte und Tools unterstützen die Ansätze. Dabei spielen sowohl software-seitige Adaption wie organisatorische Unterstützungsmethoden eine wichtige Rolle.

  • Aktuell ist der Trend zu MakerSpace und der Maker-Bewegung ungebrochen. Dabei entwickeln sich aus Konsumenten Prosumenten, die nicht nur Produkte erwerben und nutzen, sondern auch selbst Einfluss in die Produktentstehung nehmen wollen. Für die Realisierung von möglichen Entwicklungen sind die MakerSpaces, FabLabs und ähnliche Einrichtung die Basis, da vielfach der Zugang zu professionellem Equipment kostenintensiv und schwierig ist. Im Forschungsfeld »Urban Production« wird untersucht, ob eine Integration von diesen Einrichtungen in produktive Wertschöpfungsketten möglich ist. Dabei ist zu betrachten, welche Rahmenbedingungen und Anforderung zu erfüllen sind, um eine Integration erfolgreich zu gestalten.

  • Neue Technologien fordern neue Kompetenzen und erfordern Änderungen in den organisatorischen Abläufen und Prozessen. Im Rahmen des Forschungsfeldes werden Auswirkungen neuer technologischer Trends auf bestehende und etablierte Systeme untersucht und Lösungen für Herausforderungen entwickelt. Das Forschungsfeld »Urban Production« profitiert hier von dem Forschungsfeld »Additive Technology Application«.

  • Je dezentraler die Prozess- und Organisationsführung wird, desto schwieriger ist die Vorgabe ähnlicher Entwicklungsansätze bei allen Stakeholdern durchzusetzen. Es sind generische Abläufe zu optimieren und entsprechende Anreize zu schaffen die Durchgängigkeit und Effizienz zu leben und erfolgreich im Produktentstehungsprozess mit einfließen zu lassen.

  • Es steigt die Anforderung für mehr Flexibilität durch Mitarbeiter an die Arbeit. Dabei spiele zwei Ausprägung eine vordergründige Rolle: zeitliche und inhaltliche Flexibilität. An der inhaltlichen Flexibilität wird bereits seit einiger Zeit mit Konzepten, wie Job enrichment, job enlargement und job rotation entwickelt und geforscht. Auch neue Ansätze des Projektmanagements sind hierbei wichtig und gewinnbringend, wenn passend eingesetzt. Die zeitliche Flexibilität ist aktuell zwar diskutiert, jedoch noch nicht erreicht. Durch Konzepte, wie »Urban Production« - als Arbeit nah am Wohnort oder anderen Einrichtung mit privatem Bezug, werden auch zeitliche Flexibilität greifbar und organisatorisch möglich. Doch vielfach sind reine Unterstützung bei Planung und Kapazitätseinsatz, wie z.B. im öffentlich, gefördertem Projekt »KapaFlexCy« im Vordergrund. Doch welche Veränderung ziehen diese Konzepte für die produktiven Prozesse nach sich bzw. welche organisatorischen Veränderung könnten diese Ansätze unterstützen fehlt und Bestandteil des Forschungsfeld »Urban Production«.

Ausgewählte Projekte

 

Öffentliches Projekt

Urbane Ultraeffizienzfabrik

Wir wollen Fabriken schaffen, die ihr Umfeld im Sinne einer Symbiose positiv beeinflussen – anstatt wie bislang meist nur negative Einflüsse zu minimieren.

 

Öffentliches Projekt

HoliPOrt: Holistische Standortentwicklung

Im Rahmen der Konzeptstudie soll eine Methode zur holistischen Entwicklung von Unternehmensstandorten bzw. Industrieansiedelungen entwickelt und konzeptioniert werden.